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|  | Sunita Tamang, 15, lebt in Biratnagar, einer Stadt im Süden Nepals. Anläßlich der 51. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission im Februar und März 2007 berichtete sie in New York im Rahmen der Veranstaltung »Mädchen erheben ihre Stimme« über die Schwierigkeiten, die Mädchen in Nepal überwinden müssen, um Zugang zu Bildung zu erlangen. |
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In der Gesellschaft, in der ich lebe, ist es nicht überraschend, Mädchen und Frauen zu finden, die benachteiligt sind, besonders in Bezug auf Bildung. Viele Leute denken immer noch, dass es keinen Sinn macht, dass ein Mädchen zur Schule geht, weil sie heiraten wird und mit ihrem Ehemann zusammen leben wird. Als ich ein Kind war, wurde ich nicht zur Schule geschickt. Ich hatte Glück, dass eine Organisation wie UNICEF da war, um Mädchen, die keine reguläre Schule besucht hatten, mit speziellen Kursen zu helfen.
Nach zwei Jahren nicht-formaler Schulbildung, konnte ich die 5. Klasse einer regulären Schule besuchen. Jetzt bin ich in der 10. Klasse und in zwei Monaten werde ich meine Abschlussprüfung machen. Morgens gehe ich zur Schule und nachmittags arbeite ich in einer Fabrik, in der ich Streichholzschachteln zusammensetze.
Während der Nachhilfekurse taten sich unsere Freunde zusammen und gründeten einen »Club der arbeitenden Kinder«, um anderen arbeitenden Kindern in unserer Gesellschaft zu helfen. Wir organisierten Straßentheater, Ratespiele, kulturelle Programme und Malwettbewerbe, damit jeder über die Ungleichbehandlung von Söhnen und Töchtern, über HIV/AIDS, über die Rechte von arbeitenden Kindern und ähnliche Fragen Bescheid wissen würde.
Ein Mädchen aus unserer Nachbarschaft arbeitete als Haushaltshilfe im Haus eines stellvertretenden Polizeipräsidenten. Wir vermuteten, dass sie von ihren Arbeitgebern missbraucht wurde, denn ein Mitglied unseres Clubs hatte Schreie aus dem Haus gehört. Wir sprachen den Arbeitgeber an. Weil er ein Polizist war, versuchte er uns einzuschüchtern. Aber wir gaben nicht auf. Wir blieben beharrlich und überzeugten schließlich mit Hilfe Anderer den Polizisten, nicht die Rechte des Mädchens zu verletzen und sie zur Schule zu schicken.
Dies ist ein Beispiel, wie wir für die Rechte benachteiligter Kinder, die gezwungen waren auf Kosten ihrer Bildung und ihrer Zukunft zu arbeiten, gekämpft haben. Dies ist es, was wir alleine mit unserem Enthusiasmus erreichen konnten. Wenn dies Kinder tun konnten, sollten Regierungen, mit all ihrer Kraft und all ihren Mitteln, fähig sein, viel mehr zu tun, so dass jedes Mädchen und jeder Junge zur Schule gehen kann.
Gewaltige Bemühungen sind notwendig, um die Kluft bei sozialen Überzeugungen und wirtschaftlichen Bedingungen zu überbrücken, um die Ansichten der Leute in Bezug darauf zu ändern, dass Mädchen Zugang zur Bildung haben müssen. Es ist viel mehr Aufwand nötig, um Mädchen zur Schule zu schicken. Was mir half war die Chance spezielle Kurse besuchen zu können, und dass mir kostenlos eine Schuluniform zur Verfügung gestellt wurde, um die reguläre Schule besuchen zu können.
Was vielen anderen Mädchen, die nicht soviel Glück haben wie ich, helfen würde, wäre die Garantie kostenloser Bildung für alle Kinder seitens der Regierung, mit der Möglichkeit der Berufsbildung für Kinder, die arbeiten oder aus dem Konflikt [der Bürgerkrieg in Nepal, Anm. d. Übers.] zurückgekehrt sind. Alles, was dazu benötigt wird, ist ein bisschen Mühe, extra Geld und der Wille, Möglichkeiten der Bildung für benachteiligte Kinder zu schaffen.
Sehen Sie mich an, ich arbeite in einer Streichholzfabrik, und heute konnte ich hierher kommen und meine Gefühle und Erfahrungen mit Ihnen teilen.
Copyright: Nepali Times
Übersetzung: Andrea End
Foto: Eskinder Debebe/UN
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 |  | Dieser Text erschien zunächst in der Nepali Times vom 9. März 2007. Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung. |
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